Im schwedischen Högsboträsk lebt man unaufgeregt und friedlich vor sich hin und auch hinter der Fassade lauern keine verstörenden Abgründe. Blutorgien à la Henning Mankell sucht man auch mit den allerbesten Absichten vergebens. Das Provinzkaff mit dem merkwürdigen Namen hält für seine bestens ausgestattete Polizeieinheit wenig Arbeit bereit. Es gibt schlichtweg keine Kriminalität. Entsprechend droht der Kahlschlag, der in Form der hübschen Dienstaufseherin Jessica Lindtblatt (Eva Röse) aus der großen Hauptstadt auf den Plan tritt. Die an amerikanischer TV-Actionware geschulten Polizisten beschließen dieser vermeintlichen politischen Unverfrorenheit mit eigenwilligen Mitteln entgegenzutreten. Wo es kein Verbrechen gibt, muss man eben nachhelfen.
Kops sorgt mit dieser einfach strukturierten Geschichte für eine ideale Ausgangsposition, um allerhand Vergnügliches auf der Leinwand zu entfalten. Wie schon bei Jalla! Jalla! überzeugen die erfrischenden Dialoge und eine erstklassige Darstellerriege, die mit ihren frisch gebügelten Polis-Uniformen zwischen Häkelarbeiten in der Warteschleife und herbeigeträumten S.W.A.T.-Einsätzen in bester Macho-Manier changieren. Das frappierende an dem Film ist jedoch die Nähe zum Zeitgeist rationalisierender Hau-Ruck-Politik und es ist in der Tat verwunderlich, dass bislang niemand auf die Idee kam, sich in vergleichbar ironischer Weise dieser Thematik zu nähern.
In der Hauptrolle glänzt übrigens Regisseur Josef Fares Bruder, Fares Fares, der tatsächlich nicht nur so heißt, sondern auch so aussieht. Erst durch sein ausdrucksstarkes Gesicht wird aus der hübschen Komödie eine tragikomische Geschichte. Schwer vorstellbar, dass das geplante Hollywood-Remake mit Adam Sandler in der Hauptrolle einen ähnlichen Spagat zu leisten im Stande ist. --Thomas Reuthebuch

